Mein neuer Kurs

Körperliche Zentrierung: Übungen zur Vertiefung und Selbstwahrnehmung

Praktische Methoden zur Stärkung von
Körperbewusstsein und innerer Balance.

Diesen Kurs unterrichte ich sowohl in meiner Praxis als auch in Kindergärten und Schulen. Ich vermittle 8-12 Übungen, die anschließend im Arbeitsalltag bei sich und den Kindern eingesetzt werden können.

Hier finden Sie den einführenden Text, der im Skript zu den Übungen überleitet:

Auszug zum Thema Reflexintegration

Wieder mit Freude unterrichten – Sensibilisierung der Wahrnehmung

In den letzten Jahren wird in Kindergärten und Grundschulen ein äußerst besorgniserregender Trend beobachtet:

Die Konzentrationsfähigkeit von Kindern nimmt stetig ab, ihre Fähigkeit, am Unterricht teilzunehmen, wird immer geringer – und mit jeder neuen ersten Klasse werden die Lernvoraussetzungen schwächer.

Viele pädagogische Fachkräfte stehen unter wachsendem Druck. Sie müssen ihre Erwartungen reduzieren und erleben gleichzeitig zunehmende emotionale Erschöpfung. Unterstützung von außen bleibt oft aus.

Die gesellschaftlichen Folgen sind enorm:

Bildung ist das Fundament unserer Zukunft. Bleibt der Bildungserfolg aus, gefährdet das langfristig auch unsere wirtschaftliche Stabilität.

Herkömmliche Lösungsansätze greifen zu kurz

Zahlreiche Fachbereiche wie Pädagogik, Psychologie und Medizin versuchen, diesem Wandel mit klassischen Maßnahmen zu begegnen. Doch diese Konzepte stammen oft aus veralteten Denkmustern, die nicht mehr mit der Realität der heutigen Kinder und der pädagogischen Fachkräfte Schritt halten.

Die bekannten Maßnahmen schaffen keine nachhaltige Veränderung – es braucht neue Wege.

Ein Konzept für die Zeitenwende

Angesichts der tiefgreifenden gesellschaftlichen Transformation ist es notwendig, Bildungsarbeit neu zu denken. Es braucht Ansätze, die ganzheitlich, bewusst und zeitgemäß sind – im Sinne einer „Zeitenwende im Bildungsverständnis".

Das Konzept von BalanceHIRO®

Ich beschäftige mich seit rund 20 Jahren mit frühkindlichen Reflexen und deren Bedeutung für Lernen, Verhalten und emotionale Stabilität. Nicht integrierte Reflexe können zu anhaltenden Blockaden im schulischen Alltag führen. Dies ist schon über 30 Jahren bekannt und wurde schon sehr früh vom INPP® aufgegriffen, die hierzu ein Reflexintegrationsprogramm entwickelt haben. Dabei geht man bei dieser Methode davon aus, dass die Reflexe zur Integration kommen, wenn die Bewegungsmuster der einzelnen Reflexe nach dem ersten Lebensjahr über einen gewissen Zeitraum wiederholt werden – im Kleinkindalter bis zum Erwachsenenalter. Fast alle Konzepte, die in diesem Bereich angeboten werden, basieren auf dieser Idee.

Ein neuer Ansatz mit BalanceHIRO®

Hier wird die Frage gestellt: Was sollte die Reflextätigkeit zum Ende des ersten Lebensjahres ablösen?

Das ist die zentrierende Haltung.

Die körperliche Zentrierung wird deshalb bei dieser Methode auf vielfältige Weise gefördert.

Auf Basis dieser Erkenntnis und der laufenden Hirnforschungsergebnisse wurden bei BalanceHIRO® Übungen entwickelt, die im Kindergarten- und Schulalltag spielerisch integriert werden können und keine Therapie darstellen.

Zielsetzung des Konzepts

  • Lehrkräfte empfinden wieder Freude am Unterrichten, gestärkt durch Selbstwahrnehmung und energetische Balance.
  • Kinder lernen mit mehr innerer Stabilität und Konzentration, weil körperlich-emotionale Voraussetzungen integriert sind.
  • Bewegung, Beziehung und Bewusstheit werden wieder Teil des Schulalltags.

Wirkung & Perspektive

Dieses Konzept ist keine kurzfristige Maßnahme, sondern ein Beitrag zu einem Bildungswandel, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Es ermöglicht:

  • neue Lernerfolge
  • stabile Lehrer-Schüler-Beziehungen
  • einen achtsamen, freudvollen Schulalltag

Einführung

Ein zentrierendes Haltungsmuster führt langsam dazu, dass der Mensch mit seiner verfügbaren Energie immer ökonomischer umgehen kann. Dadurch wird er in allem, was er tut, leistungsfähiger, und gleichzeitig steigt die Freude an dem, was er gerade tut.

Es ist jedoch dem Menschen, sowohl menschheitsgeschichtlich als auch aus anatomischer und physiologischer Sicht, nicht gegeben, automatisch eine zentrierte Haltung einzunehmen. Dies hängt damit zusammen, dass der Mensch intrauterin als Fötus entweder mit der rechten oder der linken Seite zur Wirbelsäule der Mutter hingelagert war. Lag der Fötus mit der linken Seite zur Wirbelsäule, wurde diese Seite etwas gestaucht, während die rechte Seite zu dem sich ausdehnenden Bauch mehr Platz hatte. Umgekehrt, lag der Fötus mit der rechten Seite zur Wirbelsäule, wurde diese Seite gestaucht und die linke Seite hatte mehr Platz im sich ausdehnenden Bauch. Bei Zwillingen kann man an den asymmetrischen Gesichtern erkennen, wer in welche Richtung gelegen hat – der eine mit der rechten, der andere mit der linken Seite zur Wirbelsäule. Diese Asymmetrie setzt sich in der Regel auf der gleichen Körperseite fort.

Könnte der Mensch physiologisch eine zentrierte Haltung einnehmen, würde man keine schiefen Schultern, keinen Beckenschiefstand und keine verformten Beine oder Füße sehen. All diese Ungleichgewichte führen dann im Laufe des Lebens zu den unterschiedlichsten Beschwerden.

Wie seit über 50 Jahren bekannt ist, hängt die Ausreifung des intellektuellen Potentials davon ab, inwieweit sich das Bewegungsmuster einer zentrierenden Haltung annähern kann. Je mehr ausladende und unkoordinierte, also unökonomische Bewegungen zu beobachten sind, desto mehr Mühe bereitet es dem Menschen, sich zu konzentrieren, still zu sitzen oder überhaupt die an ihn gestellten Anforderungen auszuführen.

In asiatischen Kampfsportarten sowie in Yoga und Pilates wird immer wieder eine zentrierte Haltung gefordert. Doch wenn diese Haltung kinästhetisch noch nicht erfahren wurde, kann sie nicht allein durch verbale Anweisung eingenommen werden.

Es gibt jedoch Wege, wie sich der Körper immer mehr einer zentrierenden Haltung annähern kann. Eine bahnbrechende Entdeckung des Jülicher Atomphysik-Instituts vor fast 20 Jahren hat gezeigt, dass die drei Hauptnervenverbindungen im Gehirn – die Kommissurenfasern, die das rechte und linke Gehirn verbinden, die Assoziationsfasern, die die einzelnen Areale innerhalb einer Hirnhälfte vernetzen, und die Projektionsfasern, die den unteren Teil des Gehirns mit dem oberen verbinden – im rechten Winkel zueinanderstehen.

Diese wissenschaftliche Entdeckung war eine Sensation und stellt die Voraussetzung und Grundlage für die Arbeit mit der Methode BalanceHIRO® dar. Damals konnte man dies nur mathematisch ermitteln, mittlerweile hat das Institut unter Mithilfe von Hunderten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus der ganzen Welt einen exakten Hirnatlas fertigstellen können, in dem genau diese Entdeckung jetzt auch zu sehen ist.

Diese Erkenntnis wird in der Ausführung aller Übungen praktisch und analog angewendet.

Hier meine erste Übung, die den Körper in eine zentrierende Haltung bringen kann.

1. Pharaonenhaltung

Die Pharaonenhaltung als Basisübung richtet sich in ihrer Ausführung nach Hirnforschungsergebnissen, die vor ca. 20 Jahren offenlegten, dass die drei Hauptnervenverbindungen im Gehirn – die Kommissurenfasern, die Assoziationsfasern und Projektionsfasern – in einem genau rechten Winkel zueinander ausgerichtet sind. Alle Übungen, die bei BalanceHIRO® zur Anwendung kommen, entsprechen analog dieser anatomischen Architektur. Meiner Erfahrung nach ist das der Grund, warum sie so effektiv sind.

Die Kommissurenfasern verbinden die beiden Großhirnhälften. Die Assoziationsfasern verbinden die einzelnen Areale auf der jeweiligen Gehirnhälfte miteinander. Die Projektionsfasern verbinden das Großhirn mit den unteren Teilen des Gehirns.

Das Bild zeigt eine Statue eines Pharaos im alten Ägypten. Er sitzt gerade auf seinem Thron. Der Oberkörper ist in einem rechten Winkel zu den Oberschenkeln, die Oberschenkel in einem rechten Winkel zu den Unterschenkeln, und die Unterschenkel in einem rechten Winkel zu den Füßen. Die Arme liegen auf den Oberschenkeln, ebenfalls in einem rechten Winkel von Ober- zu Unterarm.

Achten Sie darauf, dass die Sitzhöhe des Möbels so hoch ist, dass Sie diese Haltung einnehmen können. Die Arme können auch entspannt auf den Armlehnen liegen.

Zu Anfang wird es eine Herausforderung sein, auch nur ein paar Minuten in dieser Haltung zu verweilen. Je öfter Sie jedoch diese Haltung einnehmen, desto mehr werden Sie merken, wie gut sie Ihrem Körper und Geist tun wird.

Statue eines Pharaos: Oberkörper, Ober- und Unterschenkel jeweils im rechten Winkel.


1- Die Entdeckung, dass Kommissurenfasern, Assoziationsfasern und Projektions-fasern des Gehirns in einem rechten Winkel zueinander stehen, stammt von der Forschung des Forschungszentrums Jülich und beruht auf modernen Bildgebungsverfahren, insbesondere der Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) und deren Weiterentwicklungen. Diese Erkenntnisse wurden im Rahmen der detaillierten Analyse der Faserstruktur des menschlichen Gehirns im Human Brain Project gewonnen, das seit den 2000er Jahren Fortschritte in der Hirnforschung macht. Ein genauer Zeitpunkt, wann diese Erkenntnis zum ersten Mal veröffentlicht wurde, lässt sich auf 2013 zurückführen. In diesem Jahr gab es mehrere Studien, darunter die Arbeit von Katrin Amunts und Kolleginnen und Kollegen am Forschungszentrum Jülich. Ihre Forschungen zeigten, dass die Faserstrukturen des Gehirns eine sehr regelmäßige, orthogonale Anordnung aufweisen, bei der die drei Faserarten senkrecht zueinander verlaufen. Dieses Wissen konnte durch die BigBrain-Studie, die ein hochauflösendes dreidimensionales Modell des menschlichen Gehirns erstellt hat, weiter präzisiert werden.

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